Verantwortung
Mit über 250 Jahren Schmuck- und Uhrentradition ist Pforzheim auch heute noch ein Mekka für alles, was mit Schmuck zu tun hat — und der Ort, an dem unsere Stücke gefertigt werden.
Die Goldstadt Pforzheim — mit Geschichte, Handwerk und Produktion.
Pforzheim, ehemals Portus an der Enz, eine um 90 v. Chr. gegründete römische Siedlung, ist eine Großstadt im Schwarzwald mit einer langen Tradition für Goldschmiede, Schmuckkünstler, Designer und Schmuckliebhaber.
Noch heute sind hier zahlreiche traditionsreiche Unternehmen ansässig. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir mit Gießereien, Goldschmieden und Metalllieferanten aus Pforzheim zusammen, die lokal verwurzelt und eng vernetzt sind. Daraus entstehen langfristige Beziehungen und eine enge Unterstützung des lokalen Handwerks.
Von der ersten Idee bis zur Umsetzung — der Weg von 2D zu 3D und der finalen Fertigung.
Die Prozess beginnt mit der Untersuchung von Falttechniken und ersten Ideen, die in Skizzen weiterentwickelt werden. Nach der Finalisierung des Designs erfolgt die Übertragung in den digitalen Raum durch 3D-Software. Anschließend entstehen Prototypen, die bewertet und bei Bedarf angepasst sind. Zum Schluss erfolgt die Überprüfung der CAD-Zeichnungen, um die Umsetzbarkeit sicherzustellen.
Sobald das Design sowohl vom Gießer als auch vom Goldschmied abgenommen ist, folgt die eigentliche Produktion:
CAD-Überprüfung & 3D-Druck
Der erste Schritt ist das präzise Drucken jedes Modells, basierend auf dem CAD-Design. Dies ermöglicht eine noch genauere Umsetzung des Schmuckstücks, anstatt eine Silikonform zu verwenden.
Wachsausschmelzverfahren
Mit der Wachsausschmelz-Gussmethode werden die Modelle mit Sorgfalt gegossen. Moderne Gießmaschinen sorgen dafür, dass jedes Stück — egal, ob Einzelstück oder kleinere Serien — mit Präzision gefertigt werden.
Goldschmiedearbeit
Nach dem Gießen wird der Schmuck von Hand versäubert und gereinigt, um sicherzustellen, dass jedes Stück für das Tragen vorbereitet ist.
Vermeil (Vergoldung)
In diesem Schritt erhält der Schmuck eine galvanische Goldschicht, die in der gewünschten Farbe (Legierung) und Dicke aufgetragen wird, um den Prozess zu vollenden.
Wir arbeiten mit kleinen Stückzahlen und fertigen unseren Schmuck erst auf Bestellung. So können wir bewusster produzieren und Ressourcen schonen. Ist dein Lieblingsstück also nicht sofort verfügbar, bitten wir um etwas Geduld. Die Fertigung dauert in der Regel vier bis sechs Wochen — aber dafür erhältst du kein Produkt von der Stange.
Zertifizierte Scheideanstalten & recycelte und fair gewonnene Edelmetalle.
Unsere Partnergießerei bezieht recyceltes Gold & Silber aus Scheideanstalten in und um Pforzheim, die alle Mitglieder des RJC (Responsible Jewellery Council) sind. Diese Betriebe erfüllen die Standards — sowohl im Hinblick auf die Rückverfolgbarkeit der Materialien (CoC = Chain of Custody) als auch in Bezug auf ethische, soziale und ökologische Verantwortung (CoP = Code of Practices). Kurz gesagt — der RJC ist die weltweit führende Nachhaltigkeitsorganisation der Schmuckindustrie.
Darüber hinaus bezieht die Partnergießerei fair gewonnenes Gold & Silber von Fairever — einem zertifizierten Anbieter für Fairtrade- und Fairmined-Edelmetalle. So stammen die Rohstoffe nicht nur aus ethisch verantwortungsvoller Herkunft, sondern werden auch unter Rücksicht auf Umwelt und soziale Gerechtigkeit gewonnen.
Zudem arbeiten sowohl die Gießerei als auch die angeschlossene Goldschmiedewerkstatt nach REACH, der EU-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Im Vordergrund steht der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Risiken durch den Einsatz von Chemikalien. Zugleich soll die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der EU verbessert und die Alternativmethoden schädlicher Stoffe gefördert werden, um Versuche an Tieren zu verringern.
Fine Principles ist seit September 2024 eine Fairmined-lizenzierte Marke.
Diese Vereinbarung besteht zwischen Fine Principles und der ARM (Alliance for Responsible Mining, eingetragene Wohltätigkeitsorganisation Nr.: S0001168).
Die ARM entwickelt Standards, die darauf abzielen, die Branche des handwerklichen und kleingewerblichen Bergbaus zu transformieren, um verantwortungsvolle und faire Praktiken in wirtschaftlicher, ökologischer, ethischer und sozialer Hinsicht zu gewährleisten. Die Organisation unterstützt zudem den Zugang zu zertifizierten Edelmetallen über zurückverfolgbare Lieferketten.
Nachhaltigkeit erfordert das Hinterfragen in verschiedenen Bereichen.
Laut der BMUV (Brundtland-Definition der Vereinten Nationen), bedeutet es, „eine Entwicklung zu ermöglichen, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ (Brundtland-Bericht, 1987). Dabei spielen vier wesentliche Aspekte eine zentrale Rolle: ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit.
Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet, verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen und die Umwelt zu schützen. Ökonomische Nachhaltigkeit sorgt dafür, dass wirtschaftliche Entwicklungen langfristig tragfähig bleiben und Ressourcen effizient genutzt werden. Soziale Nachhaltigkeit umfasst faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und die Förderung von Bildung und Wohlstand. Schließlich unterstützt kulturelle Nachhaltigkeit den Erhalt von Traditionen, Werten und kultureller Vielfalt für zukünftige Generationen.
In der Schmuckindustrie sind Begriffe wie „fair“, „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „recycelt“ häufig mit positiven Assoziationen verbunden. Doch was bedeuten sie tatsächlich – insbesondere im Kontext von Edelmetallen? Ein besonders viel diskutiertes Beispiel ist recyceltes Gold. Auf den ersten Blick erscheint es als umweltfreundliche Lösung, doch die Realität ist deutlich komplexer. Laut der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gilt Gold bereits dann als recycelt, wenn es nach seiner ersten Raffination mindestens einmal umgewandelt wurde — selbst wenn es ursprünglich neu geschürft und nie im Umlauf war. Das zeigt, wie wichtig eine genaue Betrachtung der Begriffe ist.
Hinzu kommt, dass das Recycling von Edelmetallen nicht automatisch den Abbau neuer Rohstoffe reduziert — insbesondere bei der derzeit hohen Nachfrage. Fairever weist zudem darauf hin, dass dieser Prozess weiterhin energieintensiv ist, umweltschädliche Chemikalien erfordern kann und in Teilen der Lieferketten weiterhin problematische Arbeitsbedingungen bestehen. Auch soziale Aspekte dürfen nicht außer Acht gelassen werden — auf vielen Schrottdeponien ist Kinderarbeit nach wie vor eine traurige Realität.
Bei Fine Principles setzen wir auf recycelte RJC- und zertifizierte Fairmined-Edelmetalle als Mindeststandard. Doch Nachhaltigkeit bedeutet mehr als nur die Wahl der richtigen Materialien — sie erfordert Verantwortung, Bewusstsein und stetiges Hinterfragen. Es geht darum, Transparenz zu schaffen und Wissen zu teilen, damit du als Konsument:in selbst entscheiden kannst.